Messtechnik und Qualitätssicherung: Feinmechanische Metallverarbeitung hat viele Gesichter

Unsere Interviewreihe startet in die nächste Runde und beginnt mit Michael, der als Messtechniker und Qualitätsmanager bei Mayer Feintechnik in seinem „Schmuckkästchen“ arbeitet.  Hier passt Persönlichkeit, Charakter und Job zusammen. Erfahrt, was genau er tagtäglich tut, wie sein Chef ihn zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat und „unter welchen Bedingungen“ er arbeiten muss. 😉

Michael, erzähl‘ uns doch kurz etwas über dich: Welche Tätigkeit übst du bei Mayer Feintechnik aus? Wie sieht ein üblicher Arbeitstag für dich aus?

Hallo ich bin Michael, 31 Jahre und Messtechniker und Qualitätsmanager bei Mayer Feintechnik. Mein Arbeitstag startet gewöhnlich zwischen 6.00 und 8.00 Uhr in dem kleinen „Schmuckkästchen“ des Werks 2. Jeden Morgen begrüße ich die Mitarbeiter persönlich und erkundige mich, ob es im Laufe des letzten Tages Probleme mit den Produkten auf den Maschinen gab. Ich schaue mir dann auch selber stichprobenartig die Bauteile an und vergleiche den Ist- mit dem Sollzustand. Denn mein Job ist es, Fehler zu erkennen und deren Ursache zu bekämpfen.

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Seit wann arbeitest du schon bei Mayer Feintechnik und wie bist du auf das Unternehmen gestoßen? Hast du dich auf eine Stellenausschreibung beworben?

Ich arbeite jetzt seit genau zwei Jahren bei Mayer Feintechnik und habe dadurch meinen Wohnsitz im vergangenen Jahr auch nach Göttingen verlegt. Ein Kollege und Freund hat sich im Sommer 2014 bei mir gemeldet und gefragt, ob ich mir den nicht einen Jobwechsel vorstellen könne, da in seinem Unternehmen eine neue Qualitätssicherungsabteilung aufgebaut werde und ihnen dazu noch der nötige Messtechniker fehle. Da ein Jobwechsel auch immer etwas Ungewisses ist, habe ich einige Wochen gezögert, ihm aber dann doch meine Bewerbung übergeben und gehofft, dass ich in die engere Auswahl kommen und mir wenigstens das Unternehmen einmal ansehen könne.

Wie ist der Bewerbungsprozess gelaufen?

Nachdem ich die Bewerbung dann übergeben hatte, musste ich mich etwas gedulden – bis ich Anfang November während meiner Reise in die Dominikanische Republik eines Morgens von meinem jetzigen Chef, Herrn Neuschulz mit einer SMS geweckt wurde. Erst einmal musste ich etwas darüber schmunzeln, da ich eine solche Art, sich so bei einem Bewerber zu melden auch noch nicht kannte. In der Nachricht erklärte mir Herr Neuschulz aber, dass nun feststehe, dass im Februar die bestellte Messmaschine von Zeiss installiert wird und er mich gern zu einem Vorstellungsgespräch einladen würde und er hoffe, dass noch Interesse von meiner Seite bestünde. Nachdem ich dann wieder in Deutschland war, habe ich gleich einen Termin vereinbart und mich persönlich bei Herrn Neuschulz vorgestellt. Heute muss ich hin und wieder noch über die witzigen Umstände unseres ersten Kontaktes schmunzeln. Und wenn jemand fragt, wie ich eigentlich auf Firma Mayer Feintechnik gestoßen bin, hole ich gern diese kleine witzige Geschichte noch einmal heraus.

Dein Job hier ist ja schon sehr speziell – wie funktioniert der Messraum genau? Welche Bedingungen sind hier notwendig? Was gibt es noch über diesen besonderen Raum und deine Tätigkeit zu sagen?

Der Messraum wurde zeitglich mit meiner Einstellung im Februar fertig gestellt. Er besteht aus zwei Teilen: Einmal aus der Schleuse, die gleichzeitig auch der Klimavorraum ist und dem eigentlichen Messraum. Dieser Messraum wird konstant auf 20°C ±1°C klimatisiert. Das ist sehr wichtig, um wiederholt genaue Messergebnisse zu liefern. Denn das wichtigste Messmittel für einen Messtechniker ist das Thermometer. Das klingt erstmal komisch, aber Temperaturänderungen bedeuten auch gleich Längenänderungen an den Bauteilen. Um dieses zu gewährleisten, überwachen wir die Temperatur 24h am Tag und 7 Tage die Woche. Messräume von dieser Qualität und mit einer solchen Überwachungseinheit gibt es nur wenige in Deutschland. Meine Aufgabe hierbei ist es, die Zeiss Koordinatenmessmaschine zu programmieren, das unsere Produkte automatisch von dieser Maschine vermessen werden und wir am Ende der Messung ein Ergebnis über den Soll- und den Istzustand unseres Produktes erhalten.

Was gefällt dir besonders an deinem Job? Was hast du dafür für Fähigkeiten mitbringen müssen?

Am meisten gefällt mir die Vielseitigkeit an meinem Job. Denn mein Job hört nicht mit dem Erkennen eines Fehlers oder einer Maßabweichung auf. Dann beginnen die Ursachenanalyse und die Einleitung der Abstellmaßnahmen dieses Fehlers. Hierbei greift mein Job als Qualitätssicherer in meinen Job als Qualitätsmanager über. Denn die Erfahrungen aus einem Fehler lassen sich auch oft auf andere Produkte übertragen.

Wichtig für diesen Job ist die Liebe zum Detail und auch ein bisschen Perfektionismus und natürlich die Leidenschaft für hochwertige Qualität. Da ich diese Ansprüche auch im Privaten erhebe, fällt es mir nicht so schwer, diese auch im Job mit einzubinden.

Teil 2 des Interviews könnt ihr hier nachlesen und selbstverständlich auch auf Facebook!